Initiative i1090: meinungsbild zum geld- und schuldsystem
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Letzter Entwurf vom 14.10.2012 um 14:31 Uhr · Quelltext

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Wirtschaft und Soziales

Meinungsbild zum Geld- und Schuldsystem

meinungsbild – daher gibt es auch in meinem beitrag keinen konkreten punkt über den abgestimmt wird.

der grund für meine initiative ist, jenen, die zwar mit dem dztigen system unseres geldes einverstanden sind, aber nicht gleichzeitig den eher restrektiven standpunkt des betriebsdirektors teilen, eine alternative anzubieten.
 

obwohl ich mit vielem im antrag von betriebsdirektor übereinstimme, gibt es doch einige entscheidende punkte, denen deutlich zu widersprechen ist.
 

Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass der treibende Montor für die anwachsenden Schulden darin besteht, dass Politiker und Regierungen notorisch mehr Geld ausgeben, als sie über Steuern und Abgaben einnehmen. Die Problematik der ausufernden Schulden einer "Fehlfunktion des Systems" zuzuschieben ist Ausdruck einer "Vogel-Strauß" Politik, die die Augen vor der politischen Mißwirtschaft verschließt und sich der Einfachheit halber einen Strohmann sucht, dem dieses Problem bequem umgehängt werden kann. Diese Vorgangsweise stellt keine Lösung des Problems dar und würde auch in einem System ohne (gesetzlich erlaubtem) Zins schnell in den Abgrund führen.
 

der von betriebsdirektor hier vereinfacht dargestellte schluss, dass politiker halt notorisch mehr geld ausgeben ist eine sehr einseitige sichtweise.
staaten haben eine gewisse notwendigkeit bestimmte summen für die aufrechterhaltung des staates auszugeben.
die freie verfügbarkeit über diese mittel ist sehr eingeschränkt.

ein wesentlicher faktor in diesem zusammenhang muss – wie die ausgabenseite – die einnahmenseite sein.
jetzt ist natürlich das einheben von steuern alles andere als populär.
nichts desto trotz, muss festgehalten werden, dass die abgabenquote in österreich seit dem jahr 2001 von 46,8 % auf 43,5 % gesunken ist.

das gleichzeitige fordern diverser leistungen die der staat zu erbringen hat (zb ganztagsschulen, ausbau des öffentlichen verkehrs) kann natürlich nur in dem ausmass erbracht werden, in dem ausreichend finanzielle mittel über abgaben wieder hereinkommen.

es gibt natürlich in unserem system ausreichend möglichkeiten effizienter mit den mitteln umzugehen, aber das gleichgewicht von einnahmen und ausgaben muss dabei immer im auge behalten werden.

ich bin also mit betriebsdirektor der meinung, dass die ausufernden schulden nicht eine „fehlfunktion“ des systems sind, sondern der politik geschuldet werden.
aber anders als er, sehe ich einen teil des problems auch in den deregulierungen und dem fehlenden mut der politik die einnahmenseite dementsprechend zu gestalten (wobei natürlich darüber zu diskutieren ist, wo bzw. bei wem diese zusätzlichen einnahmen zu rekrutieren sind – siehe diesbezüglich die lqfb-anträge grundsteuer, besteuerung von vermögen bzw. pendlerpauschale).

betriebsdirektor schreibt:
Unrealistische Forderungen an den Staat wie die totale Absicherung eines jeden Staatsbürgers in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens, das unabhängig von persönlichen und finanziellen Fähigkeiten ausgezahlt wird, werden auch in Zukunft für leere Kassen, höhere Schulden und höhere Steuern sorgen.
 

diesem ansatz muss ich heftig widersprechen!

der staat (also wir alle) hat die verpflichtung für die schwächsten in unserer gesellschaft ausreichend existenzielle absicherung bereit zu stellen.

unabhängig davon ist das bge nicht als sozialpolitische massnahme zu verstehen, sondern auch vor allem als impuls für eine zusätzliche belebung der wirtschaft (nähere infos bitte im lqfb-antrag nachlesen) und vor allem für unsere piratische forderung nach FREIHEIT.
Freiheit ist unteilbar und deshalb muss das auch bedeuten:
Selbstbestimmtes Handeln aller Menschen mit größtmöglicher Unabhängigkeit durch ökonomische Einschränkungen!
Diese Unabhängigkeit wollen wir durch ein existenzsicherndes, bedingungsloses Grundeinkommen gewährleisten.

zum punkt zinsen und zinses-zinsen möchte ich festhalten:
zinsen sind vor allem das entgelt für eine dienstleistung (das zurverfügungstellen von finanzmitteln).
ohne zinsen wird wahrscheinlich niemand geld verleihen.
ohne geldverleih ist das aufrechterhalten eines modernen wirtschaftssystems nicht möglich!

das islamische system, in dem es ein zinsverbot gibt, zeigt ausreichend, dass entsprechende umgehungsmassnahmen getroffen werden, um dieses verbot auszuhebeln.
de facto gibt es dort, trotz des verbotes, ebenso zinsen wie bei uns.